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Im Hundehimmel

Lisek - ein polnisches Schicksal

22.10.2020
22.10.2020

Lisek musste eingeschläfert werden.

in den letzten Tagen seines Lebens
in den letzten Tagen seines Lebens gestorben am 22.10. 2020

Lisek war ein Dieb. Nicht aus seiner Sichtweise heraus gesehen. Esst ihr das nicht mehr? Dann nehme ich mir das. Ja, er zwang mich dazu, immer nach vergessenem Essbarem zu schauen. Lisek liebte diese Katzensnacks, wir sagen Stäbchen dazu. Einzeln eingeschweisst zu 5 g im 10er Pack. Seine Fresslust kostete ihn das Leben. Anfang Sept. hat er eine ganze Packung mit der Kunststoffverpackung gefressen. Es ging ihm danach nicht gut. Das Kunststoffmaterial wurde durch die Verdauungssäfte steinhart und schafkantig. Er erbrach sich und im Kot befand sich Blut. In der Klinik, die immer noch schwer unter Corona zu leiden hatte, bekam ich sofort einen Termin, musste aber absagen, weil das Auto streikte.
Lisek ging es auch nach ein paar Tagen besser, mein Urlaub stand an und so machte ich einen neuen Termin aus zur Zahnsanierung. Zähne macht der Chef persönlich. Die Arzthelferinnen waren hin und weg von Lisek. Er ließ alle Untersuchungen und die Blutabnahme klaglos über sich ergehen. Sein Herz machte komische Geräusche, deswegen wollte Dr. Erben weitere Untersuchungen 8 Tage später durchführen. Mein Urlaub war zu Ende, ich konnte also mitfahren. Die Zustände und Umstände in der Klinik habe ich ja schon in Danys Geschichte erzählt. Ich saß also draussen alleine im Auto, während Lisek sich de Ultraschall-Untersuchung unterzog. Es dauerte lange, bis er wieder kam.
Außer einer vergrößerten Galle und einer angegriffenen Leber schien er gesund zu sein.

Am nächsten Tag erbrach er sich wieder und legte einen großen Bluthaufen mitten ins Wohnzimmer. Und ich hatte wieder mal kein Auto. Es ist utopisch, mit einem kranken Hund mit der Bahn in die Klinik fahren zu wollen. Das ist eine halbe Tagesreise. Zumindest konnte ich mit Dr Erben beraten. Wir kamen überein, dass ich jederzeit kommen könnte, sollte es nötig sein.
Die nächsten Tage vergingen zwischen Hoffen und bangen. Sein Futter nahm er nur esslöffelweise und ich konnte sehen, wie er immer dünner wurde. Trotzdem war er zwischendurch fröhlich und interessiert. Er ging langsam alleine in den Garten. Er trank Wasser und schlief viel. Immer wieder bat ich den Himmel um Hilfe in der Suche nach der richtigen Entscheidung. Lisek sollte nicht leiden. Den Termin zum Einschläfern bekamen wir um 18 Uhr. Wie mussten nicht lange warten und durften ihn zu zweit bis ans Ende begleiten. Die Ärztin sagte uns, dass wir ihn nicht hätten retten können, er war kurz vor einem Leberversagen. Seine Leber konnte nicht mehr entgiften.
Die Narkosespritze tat ihm weh, er schrie und ich fing an zu weinen. Fina hörte uns, als wir nach Hause kamen. Schon auf der Straße hörte ich sie bellen, so laut und aufgeregt. Als ich ins Wohnzimmer kam, sprang sie auf den 2 Sofas herum, schnappte nach einem imaginären "Etwas" in der Luft. So habe ich sie noch nie gesehen.
Später schaute sie immerzu auf auf den Boden, so als bewegte sich dort etwas. Es dauerte lange, bis sie sich beruhigt hatte. Spät am Abend holten wir Lisek aus dem Auto, damit sich die beiden Mädchen verabschieden konnten. Haidi realisierte recht schnell, dass Lisek nicht mehr da war. Fina tat sich schwer damit, los zu lassen.
Beide Hunde schauten zu, als wir das Grab schaufelten, sie schauten als müssten sie sicher sein, dass Lisek auchwirklich tot ist. Tiere haben so ein feines Gespür.

Lisek war erst 10 Jahre alt und sein Leben stand unter keinem guten Stern. Ich hoffe, ich konnte dazu beitragen, dass er ein hundegerechtes Leben führen konnte bis zum Schluss.

19.10. 15.10. 18.10.
17.10. Haidi und Lisek
17.10. Haidi und Lisek Das war SEIN Bettchen. Haidi meinte: ist doch groß genug für zwei.

Dany musste eingeschläfert werden.

Fina total verunsichert.
Fina total verunsichert. Das ist Dani, ist er es wirklich?

Gestern Abend (11.7.2020) mussten wir gegen 20 Uhr nach Gessertshausen in die Tierklinik fahren. Ich hatte dort angerufen, weil es Dany nicht gut ging. Ich wollte die Nacht ohne Hilfe nicht verstreichen lassen.
Rückblick:
Vor etwa einem halben Jahr bemerkte ich, dass Dany öfters sehr dunklen Stuhl absetzte. Das kann wie beim Menschen an der Ernährung liegen, an bestimmten Erkrankungen oder kleinen Blutungen im Verdauungstrakt. Als ich mich zum Handeln entschlossen hatte, war gerade der Corona-Wahn ausgebrochen und alle Welt drehte regelrecht durch. Jeder Mensch kann sich daran erinnern an Ausgangssperren, Behinderungen und die Hoffnung, dass alles schnell vorüber sei.
In der Klinik war ein Regelbetrieb nicht möglich. Also verschob ich die Untersuchung auf später. Körperlich und geistig war der Hund fit wie immer, bis auf diese Stuhlfarbe schien alles in Ornung zu sein.
Anfang Juni war es unausweichlich. Dany musste dringend untersucht werden. Er hatte sehr viel abgenommen, er fraß nicht mehr richtig und er verlor immer wieder Blut.
Er musste fast täglich gebadet werden, weil sein langes Fell am Popo verklebt war. Gleich morgens um 8 Uhr fuhren wir los, einen Termin hatten wir nicht vereinbart.
Es war umständlich in der Klinik. Die Tierhalter durften nur einzeln eintreten, es gab vor dem Haus keine Sitzgelegenheit. Die Leute warteten mit ihren Tieren im Auto und die Situation war für alle Beteiligten belastend. Nach 1 Stunde Wartezeit vor der Tür durften wir Dany vorstellen, nur eine Person durfte mit ins Untersuchungszimmer.
Danis "Papa" ging mit ins Haus, ich wartete im Auto. Er ist nur abends und am Wochenende zuhause und konnte den Ärzten die Symtome schlecht erklären. So wechselten wir die Plätze.
Das Untersuchungsergebnis war wie befürchtet. Nierenwerte schlecht, komische Herzgeräusche und ein vermutlicher inoperabler Tumor am Steißbein.
Durch die verordneten Medikamente verbesserte sich der Zustand in so weit, dass ich das Baden unterlassen konnte. Der Appetit war immer noch mäßig, er spielte wieder.
Gestern am Nachmittag dann die Verschlechterung. Dany bekam keine Luft mehr, sein Herz raste. Mir war das nicht geheuer. Er schlief eine Weile, später eneute Verschlechterung. Ich musste handeln. Sofort.
In der Klinik waren wir gegen 21 Uhr, 45 Min Wartezeit vor der Tür, mit Dany in meinen Armen, kleine kleine Stechmücken überall. Ich trug ein ärmelloses Shirt, keine Jacke. . Mit uns warteten 2 weitere Tierhalter. Endlich an der Reihe, war ich sehr glücklich darüber, dass der Hr. Dr. Erben Dienst hatte. Er kannte Dany, hatte ihm vor über 2 Jahren alle Zähne ziehen müssen und seinen Kieferbruch behandelt. Nach einer Röntgenaufnahme war klar, dass Dany die Nacht nicht überleben würde. Es blieb uns keine Wahl - Er wurde mit einer Überdosis Narkosemittel eingeschläfert. Ich glaube, er wusste, dass wir ihn erlösten.
Die Rechnungen für seine Behandlungen waren enorm, doch dürfen solche Überlegungen in Anbetracht eines Hundelebens überhaupt laut ausgeprochen werden?
Ich würde es immer wieder so machen.
Als wir nach Hause kamen, durften sich alle Tiere von Dani verabschieden. Er fühlte sich noch ganz warm an, lag wie schlafend in einer Transportkiste.
Wir haben Dani in der Kiste liegend. mit den Hunden zusammen ins neue Gartenhaus gestellt, seinen neuen Lieblingsplatz.
Fina hat mir mehrfach in der Nacht zu verstehen gegeben, dass Dani noch "draussen" sei. Ihr Rudel war nicht komplett. So lag sie innen vor der Terrassentür und verstand die Welt nicht mehr. Morgens ist sie gleich zum Haus gelaufen und hat nach Dany gesucht. Lisek hat die ganze letzte Nacht in Danis Höhle berbracht und sie jetzt endgültig in Besitz genommen. Haidi hat wohl am ehesten verstanden, dass Dani nicht mehr bei uns ist.
Wir haben Dani neben dem Holzhaus begraben. Fina ist noch eine ganze Weile im Garten herum gelaufen und hat nach Dani gesucht. Die jetzt leere Transportkiste wurde ausgibig beschnuffelt, dann ist sie zum Grab und hat dort geschaut. Irgendwie passt das für sie nicht zusammen.
Heute hat Fina versucht, Dany wieder auszugraben. Vorsoglich haben wir 2 schwere Pflanzkästen aus Beton auf das Grab gestellt.

Abschied

Dany Löwenbändiger

Junger Dany
Junger Dany Er ist sich Seiner bewusst. Wo anders liegt ein Pascha, wenn nicht auf dem Tisch?

Dany war eine sogenannte Fehlvermittlung. Nach der Vermittlung in Deutschland musste Dany abends als "Junghund ohne Erfahrung" mit in die Kneipe gehen. Seidem sind ihm Alhoholiker ein Greuel. Das Ehepaar welches Dany adoptiert hatte, war total unfähig. Der Ehemann liebte den Hund, kam aber gegen sein Xanthippe nicht an. Sie hatte keine Hundeerfhrung und auch kein Konzept. Mal wollte sie zurück geben, mal wieder nicht. Ein ewiges hin und her. Als ehrenamtliche Mitarbeiterin des Tierschutzvereins habe ich den Hund dann am 21.03.09 in Duisburg abgeholt und bin mit dem nächsten Zug zurück gefahren.
Als Baby hat Dany in Spanien auf seiner Pflegestelle mit Kindern gespielt, als er zu uns kam, war er ein Angstbeißer, ein absoluter Giftzwerg. Er war so verdreht, wollte einen Tag lang gar nicht aus seiner Transpotbox kommen.
Die alte Scully hat sich seiner angenommen.
Bei 6 Hunden in der Familie muss Ordnung herrschen, die Hunde müssen parieren, anders geht es nicht.
Und wie bei den Menschen entwickeln sich im Zusammenleben Freundschaften oder Feindschaften. Mit Mona und später auch mit Teresa tollte er herum, Sternchen wurde , nachdem er so schlechte Erfahrungen mit ihr gemacht hatte, wie Luft behandelt.
Jahrelang durfte ich ständig auf die Suche nach ihm gehen. Er buddelte sich bei jeder Gelegenheit durch die Zäune und stand dann bellend auf der Straße. Er brachte es auch fertig, die Nachbarn auf deren Grundstück zu verbellen. Er fand nicht mehr zurück, dazu war er nicht schlau genug. Als Lisek kam, war es noch schlimmer. Manchmal waren 3 Hunde unterwegs. Lisek ist schlau, der bellte dann an der Haustür, nachdem er seine Runde gedreht hatte.
Nachdem alle Grenzen abgedichtet wurden ist es besser geworden.
Dany war der Kleinste und darf deswegen immer und überall dabei sein. Jeder sagt: o, was ist der süß! Ich beeile mich immer schnell zu sagen: bitte nicht anfassen. Besucher und Freunde mussten früher auf der Hut sein. Dany knappte und machte auf Big Boss.
Jetzt im Alter ist er milder und zutraulicher geworden. Er hat sich sogar mit Kater Coppo arrangiert. Seine Aufpassermentalität hat er behalten. Wehe, es wagt sich ein Hund zu nah an den Tisch, wenn er auf der Couch sitzt. Dann wird aber geknurrt und zurecht gewiesen.
Dany ist Papas Liebling und was Papa sagt, ist nicht relevant. Das wird geflissentlich überhört. Ich werde auch gelegentlich angemeckert, wenn ihm was nicht passt, ich ignoriere sein Verhalten allerdings. Bei mir läuft er auch super an der Leine.
Ein kleiner Macho eben.

was für ein Hundeleben!

WINTERFREUDEN

Der Prinz hat schlechte Laune
Der Prinz hat schlechte Laune

Wenn ich still an meinem PC oder weniger still an der Nähmaschine arbeite, legen sich die Hunde schlafen. Fina legt sich auf das Sofa, Lisek schläft im riesigen Hundekorb und Haidi und Dany legen sich in meine Nähe.
Dany machte heuete eine Ausnahme. Er schlief auf der Fensterbank in der Küche.
Hin und wieder schaute er ganz gebannt nach draussen.
Dann sah ich es auch ! Es hatte geschneit und eine Katze schaute ins Fenster.

Tierarzt ohne Empathie

Nachtrag:
Als ich Ende 2017 so krank wurde und lange in der Klinik lag, mussten alle Hunde vorübergehend, in dem von den Behörden inzwischen geschlossenen Tierheim Derching untergebracht werden. Ich weiß heute noch nicht was dort passiert ist. Mir wurde erzählt, dass Dany tage-und nächtelang geheult hat vor Schmerzen, ohne dass ihm tierärztlich Hilfe gewährt wurde. Nachdem ich aus der Klinik entlassen wurde vereinbarten wir einen Termin bei einem örtlich Tierarzt, der sich als Schlächter herausstellte. Er zog Dany einen Backenzahn ohne Betäubung und brach ihm dabei den Unterkiefer. Ich habe so was noch nicht erlebt. Ich war fassungslos! Eine aufwändige Behandlung in der Klinik Gessertshausen folgte.
Der Kiefer konnte nicht mehr repariert werden.
Leider war ich zu dieser Zeit gesundheitlich nicht in der Lage, rechtliche Schritte gegen den Tierarzt einzuleiten. Diesem Tierarzt gehört die Approbation entzogen. Ich hatte bis zu diesem Vorfall immer eine hohe Meinung von ihm. Das hat sich grundlegend geändert. Ich hoffe nur, dass er immer mehr an Zuspruch bei den Tierhaltern verliert und irgendwann seine Praxis aus Rentabilitätsgründen schliessen muss.

Wie kann ein Tierarzt einem Tier so was antun?

Wieso ist da jetzt alles dicht?